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Gemeinwohlökonomie (kurze Version in der Wahlzeitung, hier ungekürzt lesen)

Foto: Georgina Forstner
Foto: Georgina Forstner

Ein Beitrag von Laila Zink und Bernard Sirl (Koordinator*innen der GWÖ Regionalgruppe Regensburg)

Die globalisierte Wirtschaft ist auf grenzenloses Wachstum ausgerichtet. Unternehmen müssen immer größere Gewinne erzielen, um konkurrenzfähig zu bleiben. In Folge muss immer billiger produziert werden. Das geht nur auf Kosten der Umwelt und der Menschen, die dabei mehr und mehr auf der Strecke bleiben.

Umweltzerstörung und Klimawandel sind nur Beispiele dafür, die uns zeigen: die Wirtschaft steht in vielerlei Hinsicht auf dem Kopf. Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, weshalb Konzerne günstigere Kredite erhalten als kleine Biounternehmer*innen? Oder weshalb wir es heutzutage immer noch mit unerträglichen Arbeitsbedingungen zu tun haben? Weshalb wir alle viel mehr konsumieren, als wir für ein gutes Leben und zum Glücklichsein bräuchten?

Dahinter steht ein wirtschaftliches System, das die falschen Anreize setzt und sich zum Gegenteil ihrer eigentlichen Bestimmung verkehrt hat. Wirtschaft und Handel definieren ihren Erfolg im eigenen Profit. Nicht etwa der Beitrag zum Gemeinwohl steht im Vordergrund, sondern die Vermehrung von Kapital.

Nicht nur aus Sicht der Gemeinwohl-Ökonomie, auch aus Sicht der meisten Menschen, sollte das Ziel wirtschaftlicher Aktivitäten jedoch ein ganz anderes sein: die Versorgung mit Gütern sicherzustellen und dabei den Ressourcenverbrauch zu verringern, die Menschenrechte zu schützen und nicht zuletzt ein gutes Leben für alle zu ermöglichen. Auch das Grundgesetz und die bayerische Verfassung beziehen ganz klar Position: die Wirtschaft solle dem Gemeinwohl dienen.

Um der kopfstehenden Moral und Wirtschaftsethik zu begegnen, braucht es gute und praktikable Konzepte. Eines dieser Konzepte ist die Gemeinwohl-Ökonomie. Sie ist eine politisch neutrale Bewegung, die in der Basis quer durch alle Parteien großen Zuspruch erfährt. Sie verfolgt die Vision, das Wirtschaftssystem von innen heraus zu verändern. Es vom Kopf wieder auf die Füße zu stellen.

Unternehmen, die die Ansätze der Gemeinwohl-Ökonomie in ihre Aktivitäten einbeziehen, erstellen neben der monetären Bilanz auch eine GWÖ-Bilanz. Diese bewertet Kriterien, die ganz anders gelagert sind: zum Beispiel wie ökologisch produziert wird, ob Entscheidungen demokratisch getroffen werden und ob die Erträge sozial gerecht verteilt werden. Auch die Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden werden betrachtet und in der Gemeinwohl-Bilanz aufgeführt.

Diese Vorgehensweise rückt den Erfolg eines Unternehmens in ein anderes Licht, nämlich bemisst sich der Erfolg des Wirtschaftens daran, ob und wie sehr es dem Allgemeinwohl nützt. Auch das Unternehmen selbst profitiert davon. Denn viel mehr als jede Finanzkennzahl dient das Prädikat eines gemeinwohlorientierten Unternehmens der Nachhaltigkeit von Kundenbeziehungen. Es kann für Kunden ein Anreiz sein, dessen Produkte zu konsumieren. Es kann für Arbeitssuchende ein Anreiz sein, sich bei diesem zu bewerben. Und es kann ein Anreiz sein, beispielsweise bei der Kreditvergabe oder bei der Vergabe von Aufträgen gegenüber Unternehmen bevorzugt zu werden, welche ihre Gewinne privatisieren, während sie die dabei angerichteten Schäden auf die Gesellschaft abwälzen.

Aus Österreich kommend, hat sich die Gemeinwohl-Ökonomie über Deutschland, die Schweiz, Italien und Spanien bis in die Benelux-Staaten, nach Großbritannien, Skandinavien und in osteuropäische Länder verbreitet. Mittlerweile ist sie bereits in den USA, Lateinamerika und in Afrika angekommen.

Mehr als 2.000 Unternehmen und Organisationen unterstützen die Bewegung aktiv und über 400 haben bereits eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt. Nicht nur ökologisch ausgerichtete Organisationen, auch Krankenkassen, Finanzunternehmen, Gemeinden und Bildungseinrichtungen finden sich in den Ansätzen der Gemeinwohl-Ökonomie wieder und haben bereits eine Bilanz erstellt.

Seit November 2019 existiert auch in Regensburg eine Regionalgruppe der Gemeinwohl-Ökonomie. In regelmäßigen Treffen kommt es zum internen Austausch, werden Projekte besprochen sowie Maßnahmen für die Öffentlichkeitsarbeit getroffen. Besonders wichtig ist die Arbeit der Regionalgruppe dafür, lokalrelevante Themen zu bearbeiten, Lösungen zu erarbeiten und auf kommunaler Ebene parteiübergreifenden, politischen Einfluss zu nehmen. Außerdem werden lokale Unternehmen und Organisationen mobilisiert und bei der Einführung der Gemeinwohl-Ökonomie unterstützt.

Wenn Sie Interesse an den Veranstaltungen und Aktivitäten der GWÖ in Regensburg haben, sind Sie herzlich zu unseren öffentlichen Treffen eingeladen. Weitere Informationen und Termine finden Sie auf der Webseite des Gemeinwohl-Ökonomie Bayern e.V. unter https://bayern.ecogood.org/regensburg.

Gemeinwohl-Matrix
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